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Das eine tun, das andere nicht lassen

Elias Estermann, Regionalleiter Zentralschweiz, Trägerverein Energiestadt

Liebe Leserinnen und Leser

Ich bin wohl nicht der Einzige, der sich nach den vergangenen Hitzewochen erstmals Gedanken über eine Klimaanlage im Büro gemacht hat. Solche Überlegungen sind, verglichen mit vielen anderen Folgen des Klimawandels, zweitrangig. Sie zeigen jedoch, dass sich die Bedingungen bereits verändert haben und weshalb Klimaanpassung heute vielerorts auf der politischen Agenda steht.

Diese Entwicklung verlangt nach Antworten. Gleichzeitig dürfen wir dabei die Ursache des Problems nicht aus den Augen verlieren: den Ausstoss von Treibhausgasen. Klimaanpassung und Klimaschutz sind keine Gegensätze. Das eine erhöht die Widerstandsfähigkeit unserer Siedlungen, das andere verhindert, dass sich die Probleme weiter verschärfen. Das eine tun, das andere nicht lassen.

Energiestädte machen ihre Hausaufgaben. Erarbeiten Strategien, verabschieden Energie- und Klimakonzepte, erstellen Wärme- und Kälteplanungen, starten umfassende Massnahmenprogramme und setzen sie um. Viele Gemeinden sind schon beim nächsten Entwicklungsschritt angekommen: bei der systematischen Wirkungsanalyse der Umsetzung ihrer Massnahmenpläne. Die entscheidende Frage lautet heute nicht mehr: Haben wir die richtigen Massnahmen definiert? Sondern: Erzielen diese Massnahmen die gewünschte Wirkung?

Genau hier zeigt sich die Weitsicht der Weiterentwicklung des Energiestadt-Prozesses. Die Ausrichtung auf Netto-Null trägt Früchte. Während Strategien und Massnahmen weiterhin periodisch im Reaudit abgefragt werden, rückt deren Wirkung stärker in den Fokus. Die Netto-Null-Analyse prüft, ob die richtigen Dinge getan werden. Das Netto-Null-Dashboard zeigt, ob sie die gewünschte Wirkung entfalten und wie sich die Dynamik zentraler Klima- und Energieindikatoren entwickelt. Denn wer in zehn oder zwanzig Jahren Netto-Null erreichen will, muss nicht nur wissen, wo man heute steht, sondern auch, wie schnell man vorankommt.

Im Fachbeitrag dieser Ausgabe erfahren Sie, welche Hebel Städten und Gemeinden zur Erreichung der Klima- und Energieziele zur Verfügung stehen. Das Praxisbeispiel der Energiestadt Gold Luzern zeigt zudem, wie Netto-Null-Analyse und Netto-Null-Dashboard im vereinfachten Reauditprozess zusammenwirken.

Energiestadt ist für beides bereit: für die strategische Standortbestimmung und Massnahmenentwicklung sowie die jährliche Wirkungsanalyse.

Herzlichen Dank für jede Minute, die Sie in Klimaanpassung investieren, und für jede Aktivität, welche wirksamen Klimaschutz für Mensch und Natur ermöglicht. Gemeinsam bleiben wir dran.

Tipp

Mit dem Kapitel 7 «Anpassung an den Klimawandel» bietet Energiestadt den Gemeinden konkrete Unterstützung bei der Entwicklung und Umsetzung entsprechender Massnahmen.

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